pro Su-Ro - Bergstadtbote März 2022

4 Bergleute mochten durchaus auch etwas Süßes, sogar in der Grube. Der Meiler aus einem Dorf bei Sulzbach schwor auf seinen „Schokalad“, den er unter Tage immer in seiner Arbeitsjoppe dabei hatte. Oft aß er in einer Schicht, eine ganze Tafel. Daher sein Spitzname „Schokalad“. Wenn einmal einer der Kameraden müde war, weil er viel in der Landwirtschaft gearbeitet hatte oder zu lange im Wirtshaus gesessen war, meinte der Meiler nur, „dou moust an Schokalad essn, nou kraigst wida Kraft, mei Leiwa“ und bot gleich ein paar Rippen an. Die mochte aber keiner essen, denn in der Arbeitsjoppe war die braune Pampe, im geriffelten Silberpapier, meist recht unappetitilich. Außerdem aß er nur Blockschokolade, weil die billiger war und nicht so schnell in der Tasche schmolz. Den Arbeitskollegen ging das selbstgefällige Anbieten gehörig auf die Nerven. Sie berieten, wie sie dem „Schokalad“ einen Streich spielen konnten. Der Spöttlmeier, ein „ganz Odrahter“, wusste schnell Rat - da gab es doch jenes Abführmittel, auf dem ein Männchen mit Kerze abgebildet war. Die kleinen Täfelchen schmeckten wie Schokolade. Einer der Kameraden erbot sich, gleich nach der Schicht von der Apotheke eine Packung zu holen. Als die Gruppe am nächsten Tag zur Mittagsschicht anfuhren, zeigte er den anderen schon ganz verstohlen die grüne Packung mit dem DarmolDer Schokalad Kommunalunternehmen „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“ St. Anna Krankenhaus Krankenhausstraße 16 92237 Sulzbach-Rosenberg T +49 (0) 9661 520-0 F +49 (0) 9661 520-210 E info@kh-as.de St. Johannes Klinik Krankenhausstraße 1 91275 Auerbach T +49 (0) 9643 930-0 F +49 (0) 9643 930-297 E info@kh-as.de www.kh-as.de IHRE KLINIKEN MIT HERZ Männchen drauf. Nun mussten sie den „Schokalad“ nur noch erwischen, wenn er seine Joppe auszog. Die günstigste Gelegenheit dazu war, wenn der auf den „Daniel“ ging. Dann hängte er den Frack meistens an einen Nagel am Ausbau und war für 10 bis 15 Minuten verschwunden. Das nutzten die anderen. Sie holten die wieder etwas verklumpte Schokolade aus der Jackentasche. Einer wärmte sie an der Flamme der Karbidlampe an, damit sie besser geknetet werden konnte, und der andere machte das Abführmittel so warm, dass es problemlos mit der Blockschokolade verklebte, und zwar gleich ein Viertel der Packung. Bis der „Schokalad“ wieder von seinem Geschäft zurückkam, lag die verfeinerte „Leckerei“ wieder, in Silberpapier einge-

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