pro Su-Ro - Bergstadtbote Oktober 2022

4 Seltsam: Ihren Anfang gab es so eigentlich gar nicht. Und doch hat sie sich im Lauf dreier Jahrzehnte prächtig gemausert! In dieser Zeit ist die „Schriftenreihe des Stadtmuseums und Stadtarchivs Sulzbach-Rosenberg“ auf 33 Bände (mit insgesamt gut 6.600 Seiten) angewachsen. Das rege Interesse daran ließ die gedruckte Lokalhistorie unserer Stadt zur Erfolgsgeschichte werden. Doch von vorne! 1992 erinnerte im Stadtmuseum eine erste große Sonderausstellung an die Einführung der Reformation 450 Jahre zuvor. Dazu gab die damalige Museumsleiterin Elisabeth Vogl M.A. einen ausführlichen Katalog heraus, im Format 21 x 21 cm und mit opulenter Bebilderung. Das Wort „Schriftenreihe“ sucht man in dem Band aber vergeblich. Zu diesem Zeitpunkt war eben noch nicht geplant, eine Serie zu begründen. Zum zündenden Funken wurde im Jahr darauf das nächste Ausstellungsprojekt: über den 1793 hier geborenen Bibelübersetzer Joseph Franz von Allioli. Als man dazu ebenfalls eine Begleitpublikation konzipierte, befanden Museumsleiterin Vogl, Stadtarchivar Hartmann und ihr Team, es sollte nun ganz offiziell eine feste Serie entstehen. Man erklärte den Reformationskatalog nachträglich zu Band 1, gab dem Allioli-Buch die Nr. 2 – die „Schriftenreihe“ war geboren! Noch im selben Jahr folgten zwei weitere Werke, zur sanierten Friedhofskirche St. Georg und über „100 Jahre Evangelischer Männerbund“. Typisch für die liebevoll gestalteten Geschichtsbände waren das handliche Quadratformat, der flexible Einband und der dreispaltige Satzspiegel. Letzterer wurde 1998 mit Band 10 (zum Evang.-Luth. Dekanatsgebäude) auf zwei Spalten geändert. Aus der (Schriften-)Reihe tanzte 1999 die Stadtgeschichte „Eisenerz und Morgenglanz“ mit 856 Seiten. Zahlreiche Autoren aus Stadt und Region arbeiteten neun Jahre daran. Die zwei stattlichen Teilbände im Schuber waren mit „Hardcover“ gebunden und erschienen im Großformat (fast DIN A-4). Gleiches gilt für die Festschrift „150 Jahre Maxhütte“ (Bd. 18/2003), Bernhard Piegsas Dissertation über die Stadt vor/während/nach dem NaziRegime (Bd. 21/2005) und die große Festschrift „350 Jahre Wittelsbacher Fürstentum Pfalz-Sulzbach“ (Bd. 22/2006). Für einen Festeinband entschied man sich auch beim Rathausbuch 2004 (Bd. 20), bei der J. E. v. Seidel-Festschrift 2008 (Bd. 23), Band 30 zur Eröffnung der Ehemaligen Synagoge (2013) sowie Adolf Ranks Straßennamen-Buch 2021 (Bd. 31) – alle im kleineren Quartformat. Ein Exot in der Serie ist Nr. 27 (2010) mit losen Farbnachdrucken ebenso putziger wie historisch informativer Ansichten von Sulzbach, Königstein, Breitenstein und Parkstein. Sie stammen aus einer Prachthandschrift von 1783, die das Stadtarchiv erst kurz zuvor erwerben konnte. Originell sind die kleineren Hefte über Stickmustertücher (Bd. 9/1997), zum MH-Bierstreik (Bd. 26/2010), das Bilderbuch über Bertha von SulzRosenberger Straße 98 (Dultplatz) Sulzbach-Rosenberg · Tel. 09661/6252 www.moebelmuench.de Gm b H Im Einklang mit der Natur Mittlerweile füllt die Schriftenreihe ganze Regalschränke, wie das Verkaufs-Display im Eingangsbereich des Stadtmuseums beweist. (Fotos: ml) 30 Jahre – 33 Bände: Erfolgsgeschichte „Schriftenreihe“ Dr. Markus Lommer, Heimat(er)kunde(n) Nr. 28

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