4 Am 4. August 1728 fand in der Sulzbacher Fürstengruft die Beisetzung von Maria Henriette Leopoldine de la Tour d‘Auvergne statt. In der Inschrift auf ihrem Sarg wurde die Gemahlin Johann Christians als klug und begabt beschrieben, als eine „wahre Fürstin“, die die Bewunderung aller auf sich gezogen hatte und mit ihrer Persönlichkeit die „Herzen erweichen konnte“. Maria Henriette stammte als Tochter des Herzogs FrançoisEugène de la Tour d‘Auvergne (im heutigen Département Puy-de-Dôme) aus einer der vornehmsten französischen Adelsfamilien. Auch die Familie ihrer Mutter Maria Anna von Arenberg war von hohem Adel. Von ihrer Großmutter, der verwitweten Herzogin von Arenberg, als Bezugsperson des späteren Kurfürsten Karl Theodor in seiner Kindheit war bereits die Rede. Deren Ehemann, Philipp Karl Franz von Arenberg, diente in der kaiserlichen Armee. Als einziges Kind erbte Maria Henriette nach dem Tod ihres Vaters 1710 die Grafschaft Bergen ob Zoom (heute Niederlande, nahe Antwerpen). Hier wurde im Februar 1722 auch die Hochzeit der erst 13jährigen Prinzessin mit Johann Christian von Sulzbach gefeiert. Nach der Heirat wohnte das junge Paar zumindest zeitweise in der Residenz Hilpoltstein (heute Landkreis Roth). Wie in Sulzbach, war auch hier 1615 eine Unterherrschaft Pfalz-Neuburgs eingerichtet worden. 1724 zog Maria Henriette sich zurück, um bei ihrer Großmutter auf Schloss Drogenbusch ihr erstes Kind, Karl Theodor, Die pfalzgräfliche Residenz in Hilpoltstein. © Patrizia Zimmermann Die Mutter des Kurfürsten Maria Henriette Leopoldine de la Tour 1724 (vermutlich Jan Philipp van der Schlichten) © Wikipedia, gemeinfrei Bestattungen www.ms-bestattungen.de Georg-Schiffer-Str. 4 24 Stunden 0 96 22 / 704 330 5 SULZBACH-ROSENBERG Kugelplatz 7 24 Stunden 0 96 61 / 813 624 0 Jedem Leben ein Zeichen setzen Für Sie im gesamten Landkreis und auf allen Amberger Friedhöfen Schlossgarage 1. Stunde kostenlos Eine Stunde kostenlos zu Welt zu bringen. In der Zeit danach hielten sie und ihr Gemahl sich wohl auch in Mannheim, Sulzbach und Neuburg a. d. Donau auf. Warum ihr Sohn bei der Herzogin von Arenberg zurückblieb, ist nicht weiter bekannt. Es ist anzunehmen, dass Mutter und Sohn kaum Kontakt hatten, auch nicht bei zeitweisen Aufenthalten der Prinzessin in ihrer Grafschaft Bergen ob Zoom, also ganz in der Nähe Karl Theodors. Gesichert ist dagegen die Geburt des zweiten Kindes, Maria Anna Louise, im Mai 1728 in Hilpoltstein. Das Baby starb bereits nach einem Monat. Maria Henriette infizierte sich im Wochenbett mit den Blattern. Noch nicht einmal 20 Jahre alt, starb sie am 28. Juli 1728. Von Hilpoltstein wurde sie, wie schon ihre Tochter, zur Bestattung nach Sulzbach überführt. Patrizia Zimmermann Lesetipp: Zur Geschichte vieler Adelshäuser, wie das Haus La Tour d‘Auvergne oder Arenberg, gibt es bei Wikipedia zahlreiche Artikel, die als Einstieg in das Thema einen ersten Überblick bieten.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwMDQ=