13 Im Mai 2026 jährt sich zum 81. Mal das Ende des 2. Weltkriegs, zu dessen Ende hin Millionen von Flüchtlingen gegen Westen zogen. In einem Gespräch mit Leo Dietrich, der sich seit Jahren intensiv mit der Fluchtgeschichte der Gemeinde Leisnitz im heutigen Polen auseinandersetzt, konnte Claudia Mai, Leiterin der vhs Amberg-Sulzbach, einen Einblick in die bis heute andauernden Beziehungen dorthin gewinnen. 750 Menschen flüchteten aus ihrer Heimat in Oberschlesien und kamen mit einem Pferdetreck aus über 80 Gespannen im heutigen Amberg-Sulzbacher Land an, schwerpunktmäßig in Kümmersbruck, Theuern, Ensdorf aber auch in Mimbach und Hahnbach. Während sich die eine Hälfte der Leisnitzer in unserer Region niederlassen konnte, wurde die andere Hälfte der Einwohner im Juli 1946 ausgewiesen und landete per Zug im Durchgangslager Wipperfürth im Rheinland. Im Jahr 2002 schließen sich die ehemals Vertriebenen und deren Nachkommen aus den beiden Regionen zusammen und besuchten mit zwei Bussen ihre alte Heimat. Sie übergaben eine restaurierte Turmuhr für die dortige Kirche samt Schenkungsurkunde als Zeichen der Verbundenheit mit ihrem Herkunftsort. Auf dem Friedhof wurde ein Gedenkstein für die in dieser Zeit verstorbenen Leisnitzer enthüllt. Die beeindruckende Herzlichkeit des Empfangs, die Offenheit und die reichhaltige Bewirtung durch die heutigen Leisnitzer Einwohner ist fortwährend im Gedächtnis geblieben. Diesem Besuch gingen mehrere Heimattreffen voran. Eingefädelt wurde dieser ziemlich einmalige Vorgang der Verständigung von der nach dem Krieg in Leisnitz verbliebenen Familie von Günter und Anni Fuchs zusammen mit dem damals dort amtierenden Bürgermeister Adam Majewski auf polnischer Seite und auf deutscher Seite mit Günter Rapp und Paul Karzmarczyk u.a. 2011 folgte ein letzter Gruppenbesuch, seitdem ruhen die Kontakte in den ursprünglichen Herkunftsort der Vorfahren jedoch weitestgehend. Bald 15 Jahre später soll die Verbundenheit mit dem polnischen Dorf und den Nachkommen der damals Geflüchteten wieder neu zum Ausdruck gebracht werden. Die Frau des damaligen Bürgermeisters Barabara Majewska hat im letzten Jahr ein Buch in polnischer Sprache mit dem Titel „Lisentia“ veröffentlicht, der lateinische Name in den alten Urkunden der Johanniter für Leisnitz bzw. Lisiȩcice. Es handelt sich um die erste Publikation über Leisnitz aus polnischer Sicht. Die Autorin behandelt das Dorf gleichsam als eigene Person, das seine Geschichte und die aller seiner Bewohner über alle Zeitepochen hinweg in einem sehr berührenden Erzählstil wiedergibt. Das Buch wurde von Leo Dietrich ins Deutsche übersetzt. Buchvorstellung am 31. Mai Frau Majewska und ihr Mann reisen Ende Mai für eine Buchvorstellung nach Kümmersbruck. Begleitend zu den in deutscher Sprache vorgestellten Auszügen gibt es einen kommentierten und bebilderten Vortrag der über 750 km langen Fluchtgeschichte von Leisnitz nach Amberg mit den wichtigsten Ereignissen auf der Fluchtstrecke. Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 31.05. um 15:30 Uhr im Rathaus in Kümmersbruck statt. Der Eintritt ist frei. Bestattungen www.ms-bestattungen.de Georg-Schiffer-Str. 4 24 Stunden 0 96 22 / 704 330 5 SULZBACH-ROSENBERG Kugelplatz 7 24 Stunden 0 96 61 / 813 624 0 Jedem Leben ein Zeichen setzen Für Sie im gesamten Landkreis und auf allen Amberger Friedhöfen Meisterbetrieb NORBERT GRAF Fliesen · Marmor · Kachelöfen Kaminöfen · Specksteinöfen Am Katzenberg 25 92237 Sulzbach-Rosenberg Telefon (0 96 61) 47 72 Telefax (0 96 61) 5 38 58 E-Mail: info@fliesen-oefen-graf.de Web: www.fliesen-oefen-graf.de CB-Tec Kaminöfen Verschiedene Modelle aus unserer Ausstellung mit starken Preisvorteil bis 31.07.2026 20% Lisentia – Leisnitz – Lisiȩcice – Eine Fluchtgeschichte mit zwei Seiten Restaurierte Turmuhr für die dortige Kirche als Zeichen der Verbundenheit. Eine Anmeldung ist erwünscht und ab sofort möglich bei der vhs Amberg-Sulzbach unter 09621/397700 bzw. online unter www.vhs-as.de sowie bei der Gemeindeverwaltung Kümmersbruck.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwMDQ=