Politik - Gesellschaft Politik - Gesellschaft 6 7 Literatur im Mittelalter: Von Gönnern, Fehden und Rittergeschichten Es war viel los auf der Burg in Delmenhorst um das Jahr 1300. Graf Otto II. hatte eine eigene Herrschaft in Delmenhorst begründet und dazu gehörte selbstverständlich die Kultur. Heutige Delmenhorster wünschen sich, dass die Burginsel wieder ein kulturelles Zentrum für Musik und Schauspiel in Delmenhorst wird. Sie haben gute Erfahrungen mit Auftritten von Chören, Bands und Schaustellern gemacht, die einen Mittelaltermarkt auf die Burginsel zaubern. Machen wir einen Gang ins Mittelalter – vier Kurzvorträge geben Einblicke in die unterschiedlichen Gattungen mittelalterlicher Literatur und setzen dabei verschiedene Schwerpunkte. Wie klang das Deutsch der Ritterzeit? Wie schmeichelte man seinem Gönner am besten - und warum stellte man ihn bloß? Wie wurden Streitereien zwischen Dichtern ausgetragen? Welche Welt- und Frauenbilder bringen die Texte hervor? Und inwiefern spielen Gegenstände wie Gral, Schwert und Rittergewand eine hervorgehobene Rolle in diesen Werken? Ein Querschnitt durch die mittelhochdeutsche Dichtung des Mittelalters mit allerlei Kuriositäten und sprachlichen Raffinessen, für den keinerlei Vorwissen benötigt wird. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Heimatverein Delmenhorst e.V. Eine Anmeldung ist erforderlich. Kursnummer: 26A1102 Referent:innen: Lotta Ahlers, Nils Ewert sowie Adrian und Colin Hoffmann, Universität Bremen Donnerstag, 19.03.2026, 19.00 - 20.30 Uhr vhs, Am Turbinenhaus 11, Raum 11 2 UStd., kostenfrei (Anmeldung erforderlich) Erinnerungskultur vor Ort: Delmenhorster Straßennamen Habe ich einen persönlichen Bezug zu dem Namen meiner Straße? Habe ich mich schon einmal gefragt, woher der Name kommt und was er bedeutet? In den letzten Jahren stieg das öffentliche Interesse an Straßennamen, sodass zahlreiche Straßenbücher in Form von Bildbänden oder lexikalischen Sammlungen erschienen sind. Die Beschäftigung mit den Straßennamen in Delmenhorst bietet auch ein Grundgerüst zur Rekonstruktion der Delmenhorster Geschichte. Bis zur Industrialisierung bildete die Lange Straße als Teil der durch Delmenhorst führenden Handelswege den historischen Kern der Stadt. Mit der Industrialisierung der Stadt seit dem 19. Jahrhundert breitete sich die Siedlungsstruktur aus, sodass stetig immer neue Wohnviertel mit eigenen Straßennetzen dazu kamen. Ein anschauliches Beispiel ist der Stadtteil Düsternort. Ebenso wurden in Hasport und Stickgras-Annenriede neue Straßen angelegt und neu benannt. Die beiden Referenten, Arno Kluwe und William Onken, Heimatverein Delmenhorst, Arbeitsgruppe „Straßennamen“, geben einen spannenden Einblick in die Straßennamen im Innenstadtviertel und in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als neue Gebiete erschlossen wurden und neue Straßen entstanden. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Heimatverein Delmenhorst e.V. Eine Anmeldung ist erforderlich. Kursnummer: 26A1103 Arno Kluwe und William Onken Donnerstag, 12.02.2026, 19.00 - 20.30 Uhr, vhs, Am Turbinenhaus 11, Raum 2 2 UStd., kostenfrei (Anmeldung erforderlich) Zwischen Ankommen und Anfeindungen. Postsowjetische Jüdinnen und Juden in Deutschland Rund 220.000 jüdische Zugewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion sind nach deren Zerfall nach Deutschland gekommen. Lange Zeit galten sie als Teil einer „unsichtbaren“ postsowjetischen Migrationsbewegung – doch ihre Erfahrungen und Stimmen werden seit einigen Jahren zunehmend wahrgenommen. Autorinnen und Autoren wie Lena Gorelik, Dmitrij Kapitelman und andere berichten in Büchern und Podcasts über ihr Ankommen, aber auch über Ablehnung und Anfeindungen nach der Emigration. Im Vortrag wird diese Entwicklung beschrieben und nach Perspektiven (postsowjetischen) jüdischen Lebens in Deutschland in Zeiten des Kriegs Russlands gegen die Ukraine und nach dem 7. Oktober 2023 gefragt. Hans-Christian Petersen ist Osteuropahistoriker am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa (BKGE) und Dozent an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Gemeinsam mit Jannis Panagiotidis (Wien) ist er Autor des Buches „Antiosteuropäischer Rassismus in Deutschland. Geschichte und Gegenwart“ (Verlag Beltz Juventa, 2024). Dieser Vortrag findet in Kooperation mit dem Freundes- und Förderkreis der jüdischen Gemeinde Delmenhorst und dem Heimatverein Delmenhorst e.V. statt. Er kann kostenfrei besucht werden. Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erforderlich. Kursnummer: 26A1105 PD Dr. Hans-Christian Petersen Donnerstag, 23.04.2026, 18.30 - 20.00 Uhr vhs, Am Turbinenhaus 11, Raum 2 2 UStd., kostenfrei (Anmeldung erforderlich) vhs.wissen live - Das digitale Wissenschaftsprogramm Vorträge mit aktuellen Themen aus Politik, Gesellschaft und Kultur kommen jetzt direkt zu Ihnen nach Hause oder, wenn Sie unterwegs sind, auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie online teil an Vorträgen von renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Medien, live gestreamt von den Volkshochschulen Landkreis München und Landkreis Erding. Stellen Sie Fragen und diskutieren Sie im Live-Chat mit! Alles, was Sie brauchen, ist ein internet- und videofähiges Gerät. Und so funktioniert‘s: • Melden Sie sich kostenlos unter Angabe der Kursnummer zu den jeweiligen Vorträgen an. • Wenige Tage vor der Veranstaltung erhalten Sie per E-Mail einen Link zum Livestream und eine kurze Anleitung. Alle Kurse finden Sie auf unserer Website unter www.vhs-delmenhorst.de/wissen-live Gesprächskreis Integration Zum Gesprächskreis Integration sind Sie als Teilnehmende:r herzlich willkommen, wenn Sie an den Themen Integration, Migration, Teilhabe, Integrationspolitik, Integration von Menschen mit internationaler Familliengeschichte in den Bereichen Kita, Schule, Öffentlichkeit oder Medien interessiert sind. In diesem Halbjahr befassen wir uns wieder mit einem aktuellen Thema und laden dazu eine Referentin oder einen Referenten ein. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe der Stadt Delmenhorst. Kursnummer: 26A1104 Lennart Witt Dienstag, 10.03.2026, 16.00 - 18.15 Uhr vhs, Am Turbinenhaus 11, Raum 2 3 UStd., kostenfrei Antisemitismus - Was gibt es da zu erklären? (Online-Kurs) Wer nach „Erklärungen“ sucht, tappt meistens im Dunklen und findet nichts. Soziale Phänomene haben Geschichten, die sich rekonstruieren lassen, und aus diesen Rekonstruktionen ergibt sich ein Verständnis für ihre Dynamik. Diese sollte man kennen, wenn man über solche Phänomene reden will. Im Internet von überall aus teilnehmen. Kursnummer: 26A1306 Dr. Jan Phillipp Reemtsma Mittwoch, 25.03.2026, 19.30 - 21.00 Uhr 2 UStd., kostenfrei Dr. Grit Fisser im Gespräch mit Colin Hoffmann, der in diesem Jahr Teil eines besonderen Referententeams ist. Lieber Colin, solch ein Referententeam mit vier Kurzvorträgen in einer Veranstaltung ist ein eher ungewöhnliches Format an der vhs – wie ist es zu dieser Idee gekommen? Unser Vorbild ist eine Veranstaltung des Literaturhaus Zürich, auf die wir bei YouTube gestoßen sind. Unter dem Titel „Ulysses in 100 Minuten“ findet sich ein Video, in dem Gespräche, Performances und mehrere Vorträge völlig verschiedene Perspektiven auf den Jahrhundertroman Ulysses von James Joyce werfen. Jede der dort teilnehmenden Personen widmete sich einem Thema, das ihr am meisten gefiel, wodurch nicht nur ein buntes Programm, sondern auch eine Reihe begeisterter und begeisternder Darbietungen entstanden. Ähnliches erhoffen wir uns für unsere Veranstaltung im breiten Themenfeld der mittelhochdeutschen Literatur. Welche Verbindung besteht zum Heimatverein? Wir sind ein kleiner Freundeskreis, der sich in den Seminaren an der Universität Bremen kennenlernte. Unsere Interessen haben verschiedene Schnittstellen, treffen sich aber vor allem im historischen Bereich. So kommt es, dass wir Studierende beim Erlernen von mittelalterlichen Formen des Deutschen wie dem Mittelhochdeutschen in kleinen Lerngruppen unterstützen oder Menschen bei Führungen im Nordwolle-Museum für Lokalgeschichte begeistern – der Heimatverein in Delmenhorst bietet uns als Mitgliedern die Möglichkeit, unseren Interessen in neuen Formaten nachzugehen. Mit einem Text des Autors Frauenlob decken wir zudem auch einen regionalen Schwerpunkt ab, was die Menschen in Verein und Stadt besonders interessieren könnte. Was hat euch persönlich an der mittelhochdeutschen Literatur so fasziniert, dass ihr euch intensiver damit beschäftigt? Wir studieren Germanistik mit dem Schwerpunkt auf Literaturwissenschaft. Die Texte des Mittelalters spielen in vielen Aspekten nach eigenen Regeln – das beginnt schon mit einer völlig anderen Sprachstufe. Das von uns behandelte Mittelhochdeutsch ist eine wundervolle Sprache, die nicht nur toll klingt, sondern auch lyrische Meisterwerke hervorbrachte. Sie lädt zu Gedankenreisen in die Vergangenheit ein, ist aber auch selbst ein lebendiger Zugang zur Zeit der Könige, Ritter und singenden Hofdichter. Vielen Dank! Nils Ewert sowie Adrian und Colin Hoffmann an der Universität Bremen. * © Colin Hoffmann * Lotta Ahlers ist aufgrund ihres Auslandssemesters nicht abgebildet.
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